Soziale Kompetenz Definition, Bereiche, Auswirkung, Lernen

Psychologie – Soziale Kompetenz Definition, Bereiche, Auswirkung, Lernen

Soziale Kompetenz

Soziale Kompetenz Definition, Bereiche, Auswirkung, Lernen
Soziale Kompetenz Definition, Bereiche, Auswirkung, Lernen

Was verbirgt sich hinter dem Begriff soziale Kompetenz? Es gibt Dinge im Leben, die kann man lernen, selbst wenn man sich zunächst schwer tut. Rechnen zum Beispiel oder 10km am Stück zu joggen. Und dann gibt es Dinge, die man verbessern kann, die einem aber nie leicht fallen. Zum Beispiel auf andere zuzugehen oder in einer größeren Gruppe seine Meinung zu vertreten. Dafür bedarf es nicht nur dem Wissen über den Vorgang als solches, sondern vielmehr einer inneren Einstellung; einem entsprechenden Wesenszug. Was sich dahinter verbirgt ist das, was man gemeinhin als soziale Kompetenz bezeichnet.

Definition

Soziale Kompetenz beschreibt die Fähigkeit gut mit anderen zurechtzukommen. Das bedeutet man kann auf andere Menschen zugehen, angemessen auf das Gegenüber reagieren, mit anderen kommunizieren, sich selbst in diesem Wechselspiel reflektieren und so weiter.

Beispiele

Typische Beispiele reichen von dem Small Talk auf der Gartenparty beim Nachbarn bis hin zum Konfliktgespräch mit dem Partner oder der mündlichen Kurzvorstellung beim nächsten Assessment Center.

Fähigkeiten

Diese Kompetenz erfordert also verschiedenste Fähigkeiten wie:

  • Selbstvertrauen
  • Empathie
  • Toleranz
  • Sprachkompetenz
  • oder Konfliktfähigkeit.

Deshalb gibt es auch keine klare Definition der sozialen Kompetenz, da sie einen ganzen Pool an Kompetenzen umfasst, die einen befähigen das zwischenmenschliche Handeln positiv zu gestalten. Dabei muss positiv nicht im moralischen Sinne positiv bedeuten, sondern vielmehr erfolgreich, angemessen oder auf ein gemeinsames Ziel hin ausgerichtet. Ein Kleinkrimineller, der es nur durch Kommunikation schafft mehrere Jugendliche in seine Dienste zu ziehen, hat sich dabei genauso sozial kompetent verhalten wie eine Mutter, die erfolgreich im Streit ihrer Kinder vermittelt. Soziale Kompetenz ist also ein sehr umfassender Begriff für eine Vielzahl an Situationen, die wiederum eine Vielzahl einzelner Fähigkeiten bedürfen.

Bereiche

Man kann die soziale Kompetenz in mehrere Bereiche unterteilen:

  • Umgang mit sich selbst,
  • Umgang mit anderen,
  • Führung von Anderen.

Umgang mit sich selbst

Für jedweden zwischenmenschlichen Kontakt bedarf es einer gewissen Kompetenz im Umgang mit sich selbst. Das heißt, man hat ein angemessenes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Man übernimmt Verantwortung für sein eigenes Handeln und kann dieses reflektieren. Wer mit sich selbst keinen guten Umgang pflegt, wird sich schwer tun, dies im Kontakt mit anderen Menschen umzusetzen.

Umgang mit Anderen

Darüber hinaus braucht man weitere Fähigkeiten für den Umgang mit Anderen. Dazu benötigt man zum Beispiel Empathie, Sprachkompetenz, Umgangsformen, Konfliktfähigkeit und Menschenkenntnis. Abhängig von der Situation und dem Gegenüber müssen die eigenen Verhaltensweisen reflektiert und angepasst werden.

Führung von Anderen

Im Umgang mit anderen kann man entweder auf einer Ebene sein oder auch eine führende Rolle einnehmen. Hierfür werden noch weitere Fähigkeiten benötigt: Überzeugungskraft zum Beispiel oder Durchsetzungsvermögen.

Auswirkung

Die obenstehenden Beispiele sollten verdeutlichen, dass soziale Kompetenz etwas ist, das sich durch das gesamte Leben zieht und Auswirkungen hat. Schon allein für einen guten Umgang mit sich selbst sind soziale Kompetenzen vonnöten. Und das wirkt sich wiederum positiv auf die eigene Gefühlslage aus, denn Menschen mit einem hohen Selbstwertgefühl und einem starken Gefühl der Selbstwirksamkeit sind in der Regel zufriedener und glücklicher.

Darüber hinaus braucht jeder Mensch natürlich auch die soziale Kompetenz für das Miteinander. Ob im täglichen Umgang, bei geschäftlichen Zusammentreffen oder für das nächste Streitgespräch mit dem Partner, wer sozial kompetent ist, hat bessere Chancen seine Ziele zu erreichen und den Kontakt für sich positiv zu gestalten.

Immer öfter werden außerdem sogenannte soft Skills in Stellenausschreibungen beschrieben. Was sich dahinter verbirgt? Im Grunde nichts anderes als eine Auswahl der Fähigkeiten zur Sozialkompetenz: Konfliktfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Teamfähigkeit

Und spätestens bei der Führung von Menschen – das kann die Leitung einer Abteilung genauso sein wie das Managen der eigenen Familie – wird sich leichter tun, wer mit einer hohen sozialen Kompetenz ausgestattet ist.

Soziale Kompetenz lernen

Bleibt die Frage, wie man soziale Kompetenz lernen kann. Zu Anfang wurde behauptet, dass es sich hierbei um einen Wesenszug handelt; etwas, das man verbessern kann, einem aber nie leicht fallen wird. Das ist nur zum Teil richtig. Sicher steckt hinter diesem ganzen Pool aus Kompetenzen eine Veranlagung. Wer eher extrovertiert ist, wird sich leichter tun auf andere zuzugehen als eine introvertierte Person. Dennoch kann man sich selbst schulen und solche Kompetenzen stetig verbessern.

Selbstwertgefühl stärken

Dazu setzt man am besten bei dem Umgang mit sich selbst an, denn wer schlecht über sich selbst denkt oder wenig Selbstvertrauen hat, wird sich im Umgang mit anderen immer schwerer tun. Eine Person mit geringem Selbstwertgefühl wird die Reaktionen des Gegenübers auf sich selbst in der Regel negativer bewerten als eine Person mit gesundem Selbstwertgefühl.

Beispiel

Ein typisches Beispiel: Jemand erzählt in einer Runde mit vier weiteren Personen einen Witz. Zwei lachen, die beiden anderen tauschen Blicke aus und schweigen. Hat der Witzeerzähler nun ein schwaches Selbstwertgefühl wird er sich vornehmlich auf die beiden letzteren fokussieren und darüber nachdenken, warum sie nicht gelacht haben. Er wird anfangen in ihr Verhalten zu interpretieren, dass sie sich angeschaut haben, weil sie genervt von ihm waren oder den Witz peinlich fanden. Im schlimmsten Fall verliert derjenige sich so sehr in diesem Gedankenkarussell, dass er an den weiteren Gesprächen kaum noch teilnimmt oder so schnell keine Witze mehr erzählen wird.

Eine Person mit gesundem Selbstwertgefühl wird die gleiche Situation eventuell ganz anders bewerten; sie wird vielleicht vermuten, dass die beiden den Witz nicht verstanden haben oder ihn einfach nicht witzig fanden. Jedenfalls wird diese einmalige Situation keine tiefere Bedeutung haben oder sich gar negativ auf das Sozialverhalten auswirken. Man sollte also in jedem Fall bei sich selbst beginnen und den Umgang mit sich selbst verbessern.

Ratgeber, Online Hilfen

Dazu gibt es zahlreiche Ratgeber oder Online-Hilfen; alles was gefragt ist, ist Geduld und Durchhaltevermögen.

Ist dieser erste Schritt erfolgreich beschritten, kann man an den anderen Kompetenzen feilen. Einiges kann man hier lernen, wie die richtigen Umgangsformen oder ein Repertoire an Konfliktlösestrategien. Das meiste verbessert sich jedoch automatisch durch Übung.

Je häufiger man andere anspricht, desto leichter wird es einem fallen und desto eher fallen einem die richtigen Worte ein. Vielleicht wird einem die Führung des Teammeetings nie so leicht fallen wie manch anderem, aber man kann eine deutlichere Verbesserung erreichen. Und wer weiß, vielleicht beeinflusst unser Handeln unser Denken und Fühlen ja doch so stark, dass sich durch die viele Übung und Wiederholung auch unsere Einstellung ändert?! Auch die emotionale Kompetenz und emotionale Intelligenz lässt sich trainieren.

Online Hilfen

Hier finden Sie einige gute Online Hilfen zum Thema soziale Kompetenz stärken, um Ihr Selbstwertgefühl zu verbessern oder mit Konflikten besser umzugehen. Auch ein Krisencoaching kann durchaus hilfreich sein.